Der Fluch des Mechanikes Teil I

Es gibt Ereignisse im Leben, die leise etwas in uns verändern. Manchmal merken wir es erst viel später.

Sie hinterlassen Muster, die sich in unserem Verhalten zeigen, ohne dass wir sofort verstehen, warum wir in bestimmten Momenten so reagieren, wie wir reagieren.

Ich stellte irgendwann fest, dass sich manche Erfahrungen wiederholten.

Die Umstände waren unterschiedlich, doch der Kern fühlte sich vertraut an.

Ich hörte mich sprechen und spürte gleichzeitig, dass meine Worte schneller waren als mein eigenes Verständnis.

Ich fragte mich, ob das Zufall war, oder Erinnerung, oder etwas, das längst Teil von mir geworden war.

Ich begann zu funktionieren. Still und vorausschauend.

Ich glättete Oberflächen, bevor sie unruhig wurden.

Ich nahm Spannungen aus Räumen, bevor sie jemand bemerkte.

Ich wollte, dass andere sich leichter fühlen können. Dabei übersah ich oft, ob es auch für mich leicht war.

Ob ich genug Kraft hatte. Und ob Kraft überhaupt das Richtige war.

Vielleicht begann das damals, als ich elf war. Dinge, die selbstverständlich gewesen waren, bekamen Risse.

Sicherheit fühlte sich anders an, und Nähe auch. Ich lernte, Stimmungen zu lesen und Entwicklungen zu ahnen.

Vielleicht war das ein Schutz.

Vielleicht nur eine Art, die Welt begreifbar zu machen.

Mit den Jahren wurde Konfliktvermeidung zu meinem Werkzeug.

Es war nie laut und nie sichtbar.

Eher wie ein Handgriff im Hintergrund.

Vielleicht war das irgendwann meine Rolle.

Lange bevor ich verstand, dass sie einen Namen hatte.

Ich reparierte, wenn etwas drohte zu brechen, und ich fing ab, wenn etwas fiel.

Ich schraubte nach, wenn Verbindungen locker wurden, und ich hielt fest, wenn sie sich zu lösen begannen.

Ich war Mechanikerin. Nicht von Dingen.

Sondern von Situationen.

Von Stimmungen.

Von Menschen.

Und manchmal auch von mir selbst.

Ich dachte lange, es sei Verlust, den ich verhindern wollte.

Denn dort, wo kein Streit war, ging niemand.

So glaubte ich zumindest.

Und vielleicht stimmte das für eine Weile.

Vielleicht war Harmonie ein Schutz.

Vielleicht hielt sie Dinge zusammen, die sonst zu früh auseinandergefallen wären.

Doch irgendwann fragte ich mich, ob es wirklich Verlust war, den ich fürchtete.

Oder ob etwas anderes dahinter lag. Etwas leiseres.

Etwas, das viele kennen. Ohne ein Wort dafür zu haben.

The Fixer’s Curse Part I

There are events in life that quietly change something inside us.

Sometimes we only notice long after.

They leave patterns that show up in our behavior, without us immediately understanding why we react the way we do in certain moments.

At some point I realized that some experiences repeated themselves.

The circumstances were different, yet the core felt familiar.

I heard myself speak and noticed, at the same time, that my words were faster than my own understanding.

I wondered whether this was coincidence, or memory, or something that had long become part of me.I began to function.

Quietly and preemptively.

I smoothed surfaces before they became uneven.

I absorbed tension from rooms before anyone noticed.

I wanted things to feel lighter for others.

I often overlooked whether it was light for me as well, whether I had enough strength, and whether strength was even the right measure.

Maybe it began when I was eleven.

Things that had always felt certain began to crack.

Safety felt different, and so did closeness.

I learned to read moods and anticipate developments.

Perhaps it was protection. Perhaps simply a way to make the world comprehensible.

Over the years, avoiding conflict became my tool. It was never loud, never visible.

More like a small movement in the background.

Maybe that was my role, long before I understood it had a name.

I repaired when something threatened to break, and I caught what was about to fall.

I tightened connections when they loosened, and I held on when they began to slip.

I was a fixer — not of things, but of situations, of atmospheres, of people, and sometimes of myself.

For a long time I thought it was loss I was trying to prevent.

If there was no conflict, no one would leave.

At least that is what I believed. And perhaps it was true for a while.

Perhaps harmony was a form of protection.

Perhaps it kept things together that might otherwise have fallen apart too soon.

But at some point I wondered whether it was truly loss I was afraid of.

Or whether something else was underneath.

Something quieter.

Something many know without ever naming it.

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