Ein leiser Ursprung
Erde entsteht nicht plötzlich.
Sie beginnt dort,
wo etwas nachgibt.
Ein Fels,
der lange fest war,
wird berührt
vom Wind, vom Wasser, von der Zeit.
Nicht alles auf einmal.
Nicht sichtbar.
Aber stetig.
Was hart war,
beginnt sich zu lösen.
Nicht, weil es schwach ist,
sondern weil es in Bewegung kommt.
Kleine Teile entstehen,
fein und unscheinbar,
und mit ihnen
die Möglichkeit,
etwas zu halten.
Doch es bleibt nicht dabei.
Blätter fallen,
leben ein Stück
und gehen wieder,
und was war,
mischt sich dazu.
Wird Teil von etwas,
das nicht mehr nur Stein ist,
sondern Boden.
Schicht für Schicht
entsteht etwas,
das tragen kann.
Nicht durch das,
was geblieben ist,
sondern durch das,
was sich verändert hat.
Und vielleicht
entsteht auch in uns
genau so etwas.
Nicht in den Momenten,
in denen alles leicht ist,
sondern dort,
wo etwas in uns
aufbricht.
Wo wir berührt werden
von dem,
was wir nicht wählen.
Wo etwas zerfällt,
das wir lange gehalten haben.
Und mit der Zeit
entsteht daraus
kein Verlust,
sondern Raum.
Ein Boden,
der mehr aufnehmen kann
als zuvor.
Vielleicht ist das der Teil,
den wir nicht sehen.
Dass nicht nur das,
was gewachsen ist,
uns formt,
sondern auch das,
was sich gelöst hat.
Und dass genau daraus
etwas entsteht,
das später trägt.