Die Wahrnehmung

Ein Reiz entsteht nicht in uns.

Er trifft auf uns.

Ein Wort.
Ein Blick.
Ein Moment.

Etwas, das von aussen kommt
und auf etwas in uns fällt.

Doch was daraus wird,
entscheidet sich nicht im Reiz selbst,

sondern in dem,
worauf er trifft.

Wie ein Tropfen,
der auf Erde fällt.

Manchmal versickert er,
kaum spürbar.

Manchmal bleibt er liegen
und verändert die Oberfläche.

Und manchmal
trifft er auf etwas,
das ihn hält.

Nicht, weil er besonders ist,
sondern weil der Boden es ist.

Unser Nervensystem
trägt Spuren.

Von dem, was war.
Von dem, was oft war.
Von dem, was gefehlt hat
oder zu viel war.

Und aus diesem Boden heraus
reagieren wir.

Nicht bewusst.


Nicht gewählt.

Sondern unmittelbar.

Erst danach
beginnen wir zu verstehen,
zu benennen,
zu erklären.

Und nennen es Wahrnehmung.

Dabei ist es längst geformt.

Geprägt von dem,
was in uns bereit war,
es aufzunehmen
oder abzuweisen.

Vielleicht geht es deshalb
nicht nur darum,
genauer hinzusehen,

sondern auch zu spüren,
aus welchem Boden heraus
wir sehen.

Denn nicht alles,
was entsteht,
liegt im Aussen.

Und nicht alles,
was wir wahrnehmen,
beginnt dort.

Manches
beginnt viel früher.

In uns.